Wrapen, slicen, twisten – spin(n)en?

Beklagte ich mich noch vor einigen Wochen über das mangelnde Interesse am Sprungtraining, ist das Bewusstsein dafür erfreulicherweise gestiegen. Wobei es leider immer noch zu viele Agilitysportler und –trainer gibt, die sich damit nur im Bereich der Führtechnik befassen – also wenn es beispielsweise darum geht, den Hund „eng zu bekommen“. Hier wird häufig zielorientiert trainiert, d.h. man hat ein Bild vor Augen, wie eng der Hund springen soll und versucht dieses zu erreichen. Oft wird dabei der Prozess außer Acht gelassen und die Technik, die der Hund dafür braucht, nicht trainiert, sondern von den Hunden wird verlangt, dies autodidaktisch zu lösen.
Mir persönlich ist es wichtig, Juju so zu trainieren, dass sie ein gutes Gefühl für Absprungpunkte, Einteilung ihrer Galoppsprünge, sowie des Sprungvolumens uvm. entwickelt. Im Vordergrund meiner Ausbildungsphilosophie steht dabei die Verminderung der Verletzungsgefahr und des Verschleißes an meinem kleinen Hund. Ich möchte sie dazu befähigen verschiedene Situationen effektiv und selbstbewusst zu bewältigen. Und ja, ich trainiere auch Sprungkommandos an und habe sogar Spaß daran 
Allerdings versuche ich auch den Verschleiß während des Trainings gering zu halten. Ich trainiere Situationen, die ich für wichtig erachte, aber ich verwehre mich dagegen, viele Sprungsituationen über mannigfaltige Wiederholungen zu trainieren, außer es liegt ein Defizit vor. Denn das, was ich durch diese Schulung gewinne muss für mich die Belastung im Training rechtfertigen.

Wozu Sprungtraining?

Eigentlich müsste die Frage andersrum lauten: „Warum ausgerechnet kein gezieltes Sprungtraining?“ Die Agilitysportler machen sich viele Gedanken über den Aufbau der Kontaktzonen und des Slaloms – beim Springen hingegen werden oft nur 2 Aspekte berücksichtigt: zum Einen, ob der Hund sich „wickeln“ kann und zum Anderen, ob er Stangen schmeißt oder nicht. Wo der Hund abspringt und wie seine Körperhaltung dabei ist, findet nur wenig Beachtung. Schmeißt der Hund Stangen, wird ihm meist nur erklärt, dass es ein wichtiges Kriterium ist, die Stange oben zu lassen, es wird aber nur selten eine passende Technik dafür geschult. Schaut man in einen Agility-Parcours ist das häufigste Gerät der Sprung in all seinen Variationen – warum wird dem Aufbau und dem Erhalt einer guten, gesunden Technik trotzdem so wenig Beachtung geschenkt?
Dabei liegen die Vorteile von gezieltem, durchdachtem Sprungtraining auf der Hand: Man erzielt eine Verbesserung der Reaktionszeit, sowie der Schnell- und Maximalkraft. Flexibilität, Koordination und Kondition werden gesteigert. Es wird Muskulatur aufgebaut und die Verletzungsanfälligkeit der Bänder und Sehnen gesenkt.